Bauprojekte setzen Impuls zur Belebung der Hohenemser Marktstraße

11 Millionen Euro Investitionen für Geschäfte, Büros und Wohnungen – Verdoppelung der Kundenfrequenz erwartet – Stadt unterstützt Projekte
 

Hohenems, 31. Mai 2013 - Zwei Bauvorhaben wird der Projektentwickler Lacha & Partner in den kommenden Jahren in der Marktstraße in Hohenems umsetzen. Mit Investitionen von rund elf Millionen Euro werden sieben denkmalgeschützte Gebäude saniert und vier Neubauten errichtet. Die Kundenfrequenz im Hohenemser Zentrum wird sich dadurch mehr als verdoppeln. Die Stadt Hohenems sieht die Projekte als „wichtigen positiven Impuls“ und unterstützt sie mit Förderungen.

 

Ende Juni rollen am sogenannten Beck-Areal in Hohenems die Bagger. Auf den benachbarten Liegenschaften Marktstraße 28-30 sowie Schlossbergstraße 9/9a realisiert der Projektentwickler Lacha & Partner 21 Wohnungen, fünf Büros und zwei Ladenlokale. Insgesamt entstehen 1870 Quadratmeter hochwertige Nutzfläche. Die Fertigstellung ist für Ende 2014 geplant.

Das denkmalgeschützte Gebäude direkt an der Marktstraße wird dabei komplett saniert. „Hier schaffen wir ein echtes Schmuckstück für die Hohenemser Innenstadt“, ist der Geschäftsführer von Lacha & Partner, Markus Schadenbauer-Lacha, überzeugt. Zur Schlossbergstraße hin entstehen zwei architektonisch hochwertige Neubaukörper.

 

Marktstraße Nord neu gestaltet

Noch umfassender ist das Projekt „Marktstraße Nord/Harrachgasse“, das Lacha & Partner ab dem Frühjahr 2014 umsetzen will. Im Winkel zwischen Marktstraße und Harrachgasse werden fünf Häuser gemäß den Vorgaben des Denkmalschutzes saniert. Zusätzlich entstehen zwei Neubauten.

Derzeit sind die Grundstücke im Besitz von mehreren Eigentümern. „Durch die gemeinsame Planung ist eine optimale Nutzung des gesamten Areals möglich“, schildert Betreiber Markus Schadenbauer-Lacha. Geplant ist auch hier eine gemischte Nutzung mit Geschäftsflächen, Büros und Wohnungen. Auch eine öffentliche Nutzung ist denkbar.

Das Projekt ist grundsätzlich mit der Stadt abgestimmt. Derzeit läuft die Detailplanung. Die Behördenverfahren sollen im Herbst beginnen. Finanziert werden die beiden Bauprojekte durch Investoren, die ihr Geld in Immobilien anlegen wollen. Beide Projekte sind bereits weitgehend finanziert – Beteiligungen sind aber noch möglich.

 

Kleine und individuelle Läden

Für die Geschäftsflächen setzt Lacha & Partner bei beiden Projekten auf kleine, individuelle und qualitativ hochwertige Läden. Denkbar sind etwa eine Bäckerei, Geschäfte für Lebensmittel-Spezialitäten, Schreibwaren, Blumen, Mode- und Schmuckdesign oder ein Bioladen.

„Die Hohenemser Innenstadt wird sich damit von den anderen Innenstädten mit den üblichen Handelsketten wohltuend unterscheiden“, ist Schadenbauer-Lacha überzeugt. Die Kundenfrequenz im Jüdischen Viertel und der Marktstraße wird sich von derzeit 300 auf etwa 700 Personen pro Tag mehr als verdoppeln.

In den neuen Wohnungen werden rund 100 Menschen zusätzlich direkt im Zentrum leben. In Büros und Geschäften entstehen rund 50 neue Arbeitsplätze. Schadenbauer-Lacha will mit den beiden Projekten bewusst „einen Impuls setzen“: „Wir wünschen uns, dass die Eigentümer weiterer Gebäude in der Nähe nachziehen.“

 

Positiver Impuls

Von einem „positiven Impuls für das Zentrum“ spricht auch Bürgermeister Richard Amann. „Die beiden Projekte bringen mehr Menschen und auch mehr Geschäfte in die Innenstadt.“ Dort seien nun gute Bedingungen für die weitere Entwicklung gegeben, ist Amann überzeugt: „Der Durchzugsverkehr wird aus der Marktstraße verschwinden, trotzdem ist das Gebiet für Kunden gut erreichbar.“

Dass mit den beiden Projekten zusätzliche Wohnungen im Zentrum entstehen, begrüßt der Hohenemser Bürgermeister ausdrücklich: „Es ist ein wichtiges Ziel, die Bevölkerungszahl in dem Gebiet zu erhöhen. Wir liegen derzeit bei einem Drittel jener Bevölkerungsdichte, die ein gut funktionierendes Zentrum braucht.“

 

Förderungen erhöht

Auch wenn die Stadt Hohenems mit dem Löwen und dem Mesnerhaus selbst wichtige Projekte in dem Gebiet realisiert hat, seien private Investoren für die Zentrumsentwicklung unabdingbar, weiß Amann. Die Stadt hat deshalb ihre Förderung für die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude erhöht: Sie beträgt nun 15 Prozent jener Kosten, die vom Denkmalamt anerkannt werden. Damit passt die Stadt Hohenems ihre Förderhöhe an die des Landes an.

Überlegt wird von der Stadt auch eine Startförderung für neu renovierte Geschäfte in der Marktstraße und im Jüdischen Viertel. Richtlinien dazu befinden sich gerade in Ausarbeitung. „Hier geht es um eine gezielte Starthilfe für Mieter und Vermieter“, betont der Hohenemser Bürgermeister. „Den Inhabern solcher neu sanierten Ladenflächen ist gerade am Anfang, bis sich ihr Geschäft etabliert hat, mit relativ kleinen Beträgen sehr geholfen.“

Amann ist optimistisch, dass die beiden Projekte „Marktstraße Nord“ und am Beck-Areal Nachahmer finden: „Das wird die positive Entwicklung der Innenstadt weiter stärken.“

 

Fact-Box:                                 

Projekt Marktstraße 28-30/Schlossbergstraße 9/9a

  • Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude Marktstraße 28 und 30
  • zwei Neubaukörper Schlossbergstraße 9/9a
  • 1870 Quadratmeter Nutzfläche
  • 21 Wohnungen, 5 Büros und zwei Ladenlokale
  • 5,4 Millionen Euro Investitionen
  • Fertigstellung Ende 2014

 

Projekt Marktstraße Nord/Harrachgasse

  • Sanierung von fünf denkmalgeschützten Gebäuden
  • zwei Neubaukörper
  • 1900 Quadratmeter Nutzfläche
  • 13 Wohnungen, 8 Gewerbeeinheiten
  • 5,3 Millionen Euro Investitionen
  • Fertigstellung Mitte 2015